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6 WOCHEN AM RAND DER EPIDERMIS

25.09.2018

Das ABC der GLITCH AG zum Residenzprogramm

Wir haben die Künstlerinnen der GLITCH AG um Feedback zu unserem deutsch-tschechischen RESIDENZPROGRAMM in Leipzig und Olomouc gebeten. Zurück kam ein ABC:

A Aller Anfang bei einem neuen Projekt ist schwer, aber das Ankommen in Olomouc und in Leipzig wurde uns leicht gemacht. Eine informationsgefüllte Tramfahrt mit Jan Žůrek, Leiter von Divadlo na Cucky in Olomouc und ein Feierabendwein im NochBesserLeben mit Anne-Cathrin Lessel vom LOFFT – DAS THEATER.

B Bier aller Art und tschechische Knödel halfen nach langen Probentagen, unser Energielevel wieder nach oben zu pushen.

C
Communication war in Czech Republic nicht immer einfach für uns, da die Tschechisch-Kenntnisse der Glitch AG gegen Null gehen,  und  man mit Englisch nicht immer zu den Informationen kommt, die einen interessieren. Mit „non-verbal communication and collective creativity”, wie etwa in dem Workshop, den wir in Olomouc angeboten haben, verschwanden die Sprachbarrieren dann.

D Divadlo na Cucky in Olomouc und Demmeringstraße 22 in Leipzig: Die Orte, wo 6 Wochen lang unsere Köpfe rauchten und Ideen geboren wurden.

E EPIDERMIS, AM RAND DER …: Als Epidermis bezeichnet man die Oberhaut bei Wirbeltieren. Sie bildet als äußerste Schicht der Haut die eigentliche Schutzhülle gegenüber der Umwelt.

F Feedback: Ob beim „Lästertisch“ nach dem Showing in der Demmeringstraße, beim gemeinsamen Pizzaessen danach oder in konstruktiven Gesprächen mit dem Team vom LOFFT – wir bedanken uns für den wertschätzenden Umgang mit unseren Ideen, dem großzügigen Teilen eurer Gedanken und Seherfahrungen. Für den Fortschritt unserer Performance AM RAND DER EPIDERMIS waren die Zwischenpräsentationen und die Rückmeldungen wertvoller Erfahrungsschatz.

G Glitch AG – nicht Performancekollektiv Glitsch – Nein, unser Name hat auch nichts mit Eva-Maria Glitschs Nachname zu tun, sondern aha… mit dem englischen glitch [glɪtʃ], das u.a. übersetzt wird mit Störung, Störimpuls. Außerdem: G wie Grenzerfahrung, Gürtelrose oder Geweberegeneration.

H Hautnah dabei sein – konnte das Publikum, als wir unsere Haut loswurden, wir uns in sonderbare Stachelwesen verwandelten oder sich unsere Stimmen wie eine zweite Haut um uns legten.

I Institut für Biochemie Leipzig - Bei der Recherche zum Thema der Wundheilung haben uns Franziska Ullm und Anett Albrecht vom Biochemie Institut Leipzig aus dem Sonderforschungsbereich Transregio 67 unterstützt.  Besonders relevant und spannend für AM RAND DER EPIDERMIS waren die Informationen über die Verknüpfung der Forschungsschwerpunkte zu neuartigen, funktionellen Biomaterialien und biochemischen Grundlagen im Bereich der Geweberegeneration und Wundheilung.

J Jungfernhäutchen = gibt es nicht. Auch wenn BRAVO das noch immer behauptet und von manchen Ärzt*innen etwas rekonstruiert wird, was so nie da gewesen ist.

K K.O. – nach langen Probentagen. Oder von der Hitze.

L Leipzig. LOFFT. Lützner Straße. Lindenauer Markt oder Laksov – Langeweile kam nie auf.

M Mittagspause

N Nachtfalter hoch 10 oder 3 Tage Regen, 5 Hornissen, 1 Maus,  2 Ameisenstraßen über das Bett und die nächste Dusche 30 min Fußmarsch entfernt – eine Residenzphase der ganz besonderen Art. In einem ausgebauten Güterwaggon. Irgendwo im Nirgendwo. Inmitten eines tschechischen Waldes.

O O-Töne und persönliche Hautgeschichten – haben wir gesammelt und bekommen. Was erzählt deine Haut über dich?  Was schreibt sich in ihr ein? Welche Geschichten teilen wir?  In Olomouc konnten die Besucher*innen des Cafés, das an das Theater angeschlossen ist, ihre Erfahrungen und Anekdoten auf kleinen Zetteln hinterlassen und anonym in unsere „Briefbox“ werfen.  Auch in Leipzig kam noch eine Geschichte dazu. Danke für die Offenheit aller!!

P Prüwer, Tobias stellte seine Publikation „Welt aus Mauern“ an einem der beiden Showing-Abende im LOFFT  vor. In dieser Kulturgeschichte der Mauer fragt er, was Mauern über den Zustand der Welt verraten und wie sie auf die Menschen, die sie errichtet haben, zurückwirken. Passend zu unserer Frage – was erzählt unsere Haut, als erste wahrnehmbare Grenze, über andere Grenzen, in denen wir leben?

Q Quallenangst, Quaddeln, Nesselausschlag, Neurodermitis, Regenallergie, Rösschenflechte…

R Residenzformat 1A – allererste Sahne und einzigartig. Wir sehen in diesem Format  eine große Chance, um als Künstler*innen mit viel Zeit und Raum Ideen weiterzuentwickeln, etwas Neues auszuprobieren und im Dialog mit den beiden Spielstätten die eigene Arbeit zu reflektieren.

S Schwitzen- Was sonst?  Dieser Sommer hat es einem leicht gemacht die Schweißdrüsen zum Arbeiten zu bringen. Wenn man es sich dann noch zum Ziel setzt, an die eigenen körperlichen Grenzen zu  gehen oder aus der Haut schlüpfen will, ist schwitzen vorprogrammiert.

T Thank you for everthing.

U Unter die Haut gehen – das wollen wir.

V VGA oder HDMI, was braucht der Beamer nun für ein Kabel? GoPro oder Live-Kamera-Handy-App?  Ein Hin und Her – die Frage des Kameraeinsatzes auf der Bühne ist auch jetzt noch nicht geklärt.

W Wertvolle Zeit für die Weiterentwicklung von AM RAND DER EPIDERMIS  (Premiere: Februar 2019, am Lichthoftheater Hamburg) und ein intensiver Workshop in Olomouc. Und: Wir wissen nun, ein weißer Raum wäre genau das Richtige für unsere Performance.

X eXperimente, Platz zum Ausprobieren, Improvisations-Sessions über mehrere Stunden und mit allen Materialien, die wir haben.

Y Yve, darf auch nicht vergessen werden – hat sie uns doch tatkräftig mit dem Nähen der „Kostüme“ unterstützt. DANKE!

Z  Zugfahrten quer durch Deutschland und Tschechien – genug Zeit also, um das Ganze zu reflektieren und sich auf die Zukunft einzustimmen. Zum Schluss bleibt noch zu sagen: Wir haben uns pudelwohl gefühlt und würden gerne wiederkommen – vielleicht ja mit dem fertigen Stück?!

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